Abendfüllendes Alleinunterhaltungsprogramm
einhändig abwaschen
einhändig abwaschen
von
Minka
um
21:19
0
Kommentare
unter: Einhandklatschen
Diese unangenehmen Sekunden, wenn auf einmal unzählige besorgte Augenpaare sich herabbeugen und aus weit entfernten diffusen Stimmen die immer deutlicher werdende Frage: Sollen wir die Ambulanz rufen? alles noch schlimmer macht.
(Fahrradunfall)
von
Minka
um
22:15
0
Kommentare
unter: c'est la vie
Bin von morgens bis abends unterwegs, an so vielen Orten,
am Fluss, grosse Steine holen für den Garten, weglose Spaziergänge im Flussbett, ein Feuer machen, die weisse Haut in die Sonne legen, ans Küssen denken, Steine schleppen, draussen sitzen bleiben nach dem Abendessen bis es zu kühl wird,
mit Freunden frühstücken, den Blütenstand eines wilden Rhabarbers fotografieren, beeindruckt von seiner phallischen Form, Boule spielen unter den Lindenbäumen. Pingpong spielen mit den Nachbarn und Hoppehoppe reiten mit den Kleinen,
bin glücklich, wie in Halbtrance, berauscht, erregt, habe gar nichts dagegen, was der Frühling mit mir macht...
von
Minka
um
16:56
0
Kommentare
unter: Ekstase im Alltag
... mit grünen Spargeln.
Ich habe das hölzerne Ende der Spargeln entfernt, die Spargelspitzen abgeschnitten und den Rest der Stangen gewürfelt. Die Spargelstücke und Spitzen habe ich in heissem Sonnenblumenöl mit Salz und etwas Rohzucker unter ständigen Rühren knackig gedünstet.
Wie es weiter geht steht da.
Ich musste es einfach gleich kochen.
von
Minka
um
18:57
1 Kommentare
unter: Cuisine saisonale
Mein Onlein Im Bett Tag:
Zuerst alle für später abgelegte und in Vergessenheit geratene Lesezeichen:
Fred Frith/ Iva Bittová/ Pavel Fajt "Morning Song" (1989).
In einem Hotelzimmer in Bern aufgenommen.
Auch dafür hatte ich Zeit.
Zwischendurch etwas visuelles:
Ich als Mauki Äffchen im Schnee tanzend.
Dann schaue ich ob Mitsoura inzwischen eine Homepage haben, ich hatte sie zufällig 2005 in Budapest gesehen. Und siehe da. (Videos anklicken!) oder eben auch hier.
Irgendwie auf Moondog gestossen, von dem ich zwanzig Jahre lang nichts mehr gehört habe.
Mich gefragt, ob ich die anderen, die ich zwanzig Jahre lang nicht mehr gehört habe auch noch gut finde.
Sapho zum Beispiel. Ich hatte damals noch kein Internet und nie die Gelegenheit sie live zu sehen. Ich kannte sie nur von meinen zwei Schallplatten.
Und l'esclave endormi von Richenel.
Nostalgie ist auch eine Strategie.
Zeitvertreib mit Haka und Genfer Feuerwehrsmännern, die auf Flugzeugflügeln hip hopend herumtoben. Gut, das ist mindestens ein Jahr alt. Aber ich habe nur Zeit mir das anzusehen, wenn ich krank bin.
von
Minka
um
21:03
0
Kommentare
Seit Tagen nur noch Blogeinträge schreiben, die meinen Ruf ruinieren würden. Sie zuerst kürzen und dann hier und da etwas herausstreichen, noch mehr streichen, bis nichts mehr da steht.
Das nützt Ihnen jetzt auch nichts. Aber glauben Sie mir, es ist besser so.
von
Minka
um
16:18
2
Kommentare
unter: j'y pense et puis j' oublie
Schwarze Schokolade und dunkles Bier zusammen ist grässlich. Aber es war das einzige, was im Kühlschrank noch zu finden war.
von
Minka
um
23:04
4
Kommentare
unter: Warten auf das Ende der Welt
Es ist Sonntag und der Kirschbaum vor dem Fenster streckt seine hellen Glieder aus. Die ersten Blümchen stossen ihre verlegenen Köpfe aus der Erde und schauen sich neugierig um. Es ist Februar und das aufdringliche Naturerwachen bringt mich total durcheinander. Ich bin misstrauisch. Wenn es nach mir ginge, sollte es jetzt schneien. Meterhoch.
Ich habe mich vorgestern erkältet und einen plausiblen Grund heute zu Hause zu bleiben. Ich gehe nicht hinaus. Nicht in die Sonne, nicht ins Leben. Bereue es bereits, noch während ich es beschliesse. Trinke literweise Tee und lege so viel Holz in den Ofen, bis mir vor Hitze schwindlig wird, dann sinke ich ins Bett (tomber dans les pommes) und ziehe die Decke über die Ohren. Behalte die Reue vorsorglich unter der Decke, wie eine Bettflasche. Und schwitze.
von
Minka
um
13:54
0
Kommentare
unter: Zelebrieren Sie sich bitte
Ich mache jetzt einen Crawlkurs für Anfängerinnen. Habe mir dafür extra eine türkisfarbene Schwimmbrille und pechschwarze Badekappe gekauft. Ich sehe damit aus wie eine Crawlterminatorin, die bereit für ihre Mission ist, in höchstens zwanzig Längen das gesamte Becken leer zu schlucken.
Ich mache den Kurs eigentlich nur, weil mir vor etwa einem Jahr der Schlagzeuger der Monsters erzählt hat, dass er schwimmt. Und Schwimmen gut sei das Bäuchlein weg zu kriegen. Wir hatten uns gerade an der Bar kennen gelernt, als er das sagte. Später bot er mir an, mich bei seinem nächsten Konzert auf die Gästeliste zu setzen, was ich höflich ablehnte, weil ich eigentlich nur Sex wollte. Ich traute mich aber nicht es ihm zu sagen, was ich sofort bereute.
Und nach sofort war es schon zu spät.
Ich bin kurz darauf einmal schwimmen gegangen, habe ihn aber nicht zufällig angetroffen und war seither nie mehr im Wasser.
Die Crawlinstruktorin zeigt im Trockenen vor, wie wir uns im Wasser bewegen sollen, und mit ihrer Taucherbrille und Badekappe sieht sie aus wie eine Raverin, die Zeitlupentechno tanzt.
Mit meiner Taucherbrille sehe ich unter Wasser alles viel besser. Eine Mitcrawlanfängerin hat einen Drachen auf dem Rücken tätowiert, der unter Wasser lebendig wird, das glauben Sie jetzt nicht, aber ich habe es mit eigenen Schwimmbrillenaugen gesehen, er schwimmt. Auf ihrem Rücken. Ich muss immer wieder völlig fasziniert hinschauen und gerate beim Luftholen aus dem Rhythmus.
Aber ich schlucke auch ohne schwimmenden Drachen jedes Mal Wasser.
Nach dem Duschen bin ich so sauber wie nie, was kein besonders gutes Gefühl ist. Dann denke ich an den Monsters Schlagzeuger und frage mich, ob er einer ist, der aufgeweicht und saubergebleicht an Sex denkt.
von
Minka
um
14:57
0
Kommentare
unter: c'est la vie
Ich habe so schrecklich zugenommen, sagt meine Mitbewohnerin und setzt sich an den Frühstückstisch. Zeig mal, nicke ich schweigend mit einer kaum wahrnehmbaren Kopfbewegung. Sie sieht nicht, sie spürt eher meine Aufforderung, so wie Blinde die Blicke der Gaffer spüren. Die unsichtbare Zeichensprache der Vertrauten. Sie hebt das Hemd und zeigt mir ihr Bäuchlein, das sie sich in so kurzer Zeit angefuttert hat. Und ich mag sie in dem Moment so sehr dafür, dass sie nachdenklich mit der Hand über die Rundung streicht und nicht zum Beweis das Fett zwischen die Finger klemmt.
von
Minka
um
15:22
0
Kommentare
unter: c'est la vie
Mir ist zum Glück eingefallen, dass ich seit Gestern einfach nur höchst prämenstruell bin, das heisst kompliziert, apokalyptisch und alt. Frauen fühlen sich insgesamt alt, wenn sie ihre Tage kriegen. Ältere Frauen, die sich eh schon pauschal alt fühlen, werden multipelalt. Wenn sie dann ihre Tage bekommen haben, fühlen sie sich erst einmal auch nicht viel besser. Aber wenigstens nicht mehr alt.
von
Minka
um
19:27
1 Kommentare
unter: Warten auf das Ende der Welt
heute qbend hatte ich eine verabredung mit einerm jungen, na ja, er behauptet, er sei üilot, pilot, aber sicher kann man sich bei einer internet bekanntschaft ja nie sein. wir verschieben undser erstes treffen schon seiztt wochen, weil wir vermutlich beide so unschlüssige und schüchterne naturen sind. heute wäre also der abend gewesen, also der abend, aber ich muss nun morgen ganz unerwartet und spontan eine kranke kollegin ersetzen, das heisst um sechs aufstehen. wird aldso nichts mit dem piloten, wahrscheinlich wird das eh nie was.
was auch immer ‘was’ bedeutet.
darüber kanich jetzt den ganzen abend nachstudieren, was ich mir unter was in anführungsstrichen genau vorstelle.
von
Minka
um
21:05
0
Kommentare
Zuerst die Glorifikation des Illegalen: Objekte in die Luft sprengen, Dope ticken, Waffen handeln.
Dann die Vergötterung des Harmlosen: Kicker spielen, Latte macchiato bestellen, Scheiben auflegen.
Bald dreht sich alles nur noch um die Sensation des Kastraten, der sich verkühlt hat bei dem Versuch, nahtlos in einen Teil der lebenden Bürolandschaft um ihn her hinüber zu wechseln.
Und ich säe weiter meine Unruhe und gehe mit meinen zig Schatten vorüber, ja Schlemihl, wärst du doch früher gekommen, hättest du dir den ganzen romantischen Ärger ersparen können.
Vorbei an den sich in der Sonne räkelnden Gebrochenen, die schon heute auf ihren Plänen für morgen stehen, die sich zu ihren Füssen spiegeln in der Pfütze von Erbrochenem.
Aber es geht nicht darum zu übertreiben hier wo sich längst nichts mehr reimt
Ausser der Attitüde, die an ihrem Platz ganz vorne in der Schlange keimt.
Well Jeffrey Lee, auch ich zog über diese Prärie wo die Traurigkeit wächst wie Steppengras.
Und die Ewigkeit war in meinem Gehen und dein Gesang in meinen Hüften.
Dennoch bohren die Zukurzgekommenen noch heute in meinem Leib nach Erdöl, dass sie Gewinn bringend fördern möchten und nicht nach würzigem, vergänglichem Mösensaft.
Oh Liebster, ich sehne mich nach deinen von der Überfülle trockenen Lippen, die an meinen Fingerbeeren saugten, als wären sie die letzte Nahrung auf dieser Welt.
von
Minka
um
21:34
1 Kommentare
unter: Unerhörte Liebesbriefe
Ohne Zweifel ist die Welt eine vollkommen imaginäre, aber eng verwandt mit der wirklichen Welt.Isaac B. Singer