06.12.10
Seifenhalbiererin
Ich schneide die Seife entzwei um das Gewicht zu minimieren. Die halbe Seife ist Duschmittel, Haarshampoo und Waschmittel in einem und reicht für fünf Wochen. Mit einer halben Seife, einer Zahnbürste, einer Minizahnpasta, einem Schlafsack, einer Regenjacke, zwei Ersatzunterhosen und Ersatzsocken im Rucksack mache ich mich auf den Weg. Fünfhundert Kilometer entlang der türkischen Südküste. Zu Fuss. Vielleicht nehme ich die leichten Ersatzschuhe auch noch mit. Danach eine Woche Istanbul. Mit allem Drum und Dran. Märkte, Teegärten, Konzerte, Feste. Zurück über Sofia, Budapest, Wien. Mit dem Zug. Mitte Januar bin ich wieder in Bern. Inschallah.
29.10.10
Zum Geburtstag
Auf dass das kommende Jahr Dich in Deinen erfüllten Wünschen satt umherwandeln lässt.
26.10.10
19.10.10
Vortrag
Ein Vater spielt Motorradfahren mit seinem Sohn und brummt so laut, dass mich niemand reden hört. Ich halte einen Vortrag und schreie was das Zeug hält. Sage dem Vater, er soll doch bitte leise brummen. Da brummt er noch lauter.
Aufgewacht.
Draussen wird mit der Motorsäge ein Baum gefällt.
Aufgewacht.
Draussen wird mit der Motorsäge ein Baum gefällt.
16.10.10
15.10.10
02.10.10
Ferien
Ein gutes Buch, Musik, Wanderkarte, Daunenjacke und mich dabei.
Selbstgespräche. Drei Tage ohne Handyempfang.
Ein Arvenwald. Gespenstisch.
Einsamkeit und Glück
Aussicht auf ein Calanda Bier. Beschleunigung.
Gemse Schnitzel an Preiselbeer Rahmsauce
Herbst. Stille. Einsamkeit.
25.09.10
19.09.10
Im Mond
Meine Lehrerin, mademoiselle Gaulet, vermerkte in der ersten Klasse im Zeugnis: Minka est souvent dans la lune.
14.09.10
Auf Granit stossen
Am Montag gibt’s keine Schafmilch zu kaufen. Überlege kurz, ob ich Ziegenmilch nehmen soll, aber bei der Ziegenmilch ist das Kühlregal auch leer.
Montag. Immer montags. Ich will mir so etwas nicht merken.
Muss mir so viel merken immer.
Habe mir das Geburtsdatum von Nic gemerkt, weil ich mit ihrer Benützerkarte in der Schulwarte meine alten Computerdisketten durchsehen und nach Fotos absuchen will. In der Schulwarte gibt es noch Kassettengeräte und Diskettenleser. Man kann auch alte Videokassetten auf DVD brennen.
Nic weiss immer, wo man was machen kann. Manchmal rufe ich sie an und frage: Wo kann man im Emmental schön wandern? Oder wo kann man eine Granitplatte zuschneiden lassen? Ich will nämlich eine Arbeitsfläche aus schwarzem Granit in meiner Küche. Sie weiss solche Sachen einfach. Sie ist meine grosse Freundin.
Gestern hatten wir unseren ersten Streit. Sie mag es nicht, wenn ich Menschen auf Fotos beschreibe. Und das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Sie hatte mir aus einer Partneranzeige ein Bild von einem Mann gezeigt, der was für mich sein könnte. "Er sieht auf den ersten Blick aus wie ein Pfadfinder", sagte ich. "Voller guter Absichten. Einer, der offen ist im Sinn von: Alles kann, nichts muss."
Nic verdrehte die Augen.
"Er hat etwas sinnliches", fügte ich hinzu, als ich seinen Mund betrachtete, "aber er ist unsicher. Unsicher in Gruppen, oder wenn er öffentlich auftreten muss. Eine Mischung aus Unsicherheit und Faszination auch älteren, selbstbewussten Frauen gegenüber".
"Also nichts für dich, willst du sagen," seufzte Nic.
"Ja, er wirkt etwas verklemmt."
"Du hast doch keine Ahnung, was für ein Mensch er wirklich ist," sagte sie.
"Doch, das habe ich," sagte ich.
"Wie kannst du behaupten, dass er unsicher ist? Vielleicht hatte er einen schlechten Tag, als das Foto gemacht wurde. Er sähe sicher nicht verklemmt aus, wenn er entspannt am Strand läge."
"Doch, das täte er," sagte ich. "Ich könnte dir sogar sagen, was seine sexuellen Vorlieben sind."
"Das will ich lieber nicht wissen," sagte sie.
"Was ist er denn von Beruf?", fragte ich.
"Er ist Erwachsenenbildner."
"Na, siehst du, ich wusste es doch."
Montag. Immer montags. Ich will mir so etwas nicht merken.
Muss mir so viel merken immer.
Habe mir das Geburtsdatum von Nic gemerkt, weil ich mit ihrer Benützerkarte in der Schulwarte meine alten Computerdisketten durchsehen und nach Fotos absuchen will. In der Schulwarte gibt es noch Kassettengeräte und Diskettenleser. Man kann auch alte Videokassetten auf DVD brennen.
Nic weiss immer, wo man was machen kann. Manchmal rufe ich sie an und frage: Wo kann man im Emmental schön wandern? Oder wo kann man eine Granitplatte zuschneiden lassen? Ich will nämlich eine Arbeitsfläche aus schwarzem Granit in meiner Küche. Sie weiss solche Sachen einfach. Sie ist meine grosse Freundin.
Gestern hatten wir unseren ersten Streit. Sie mag es nicht, wenn ich Menschen auf Fotos beschreibe. Und das ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.
Sie hatte mir aus einer Partneranzeige ein Bild von einem Mann gezeigt, der was für mich sein könnte. "Er sieht auf den ersten Blick aus wie ein Pfadfinder", sagte ich. "Voller guter Absichten. Einer, der offen ist im Sinn von: Alles kann, nichts muss."
Nic verdrehte die Augen.
"Er hat etwas sinnliches", fügte ich hinzu, als ich seinen Mund betrachtete, "aber er ist unsicher. Unsicher in Gruppen, oder wenn er öffentlich auftreten muss. Eine Mischung aus Unsicherheit und Faszination auch älteren, selbstbewussten Frauen gegenüber".
"Also nichts für dich, willst du sagen," seufzte Nic.
"Ja, er wirkt etwas verklemmt."
"Du hast doch keine Ahnung, was für ein Mensch er wirklich ist," sagte sie.
"Doch, das habe ich," sagte ich.
"Wie kannst du behaupten, dass er unsicher ist? Vielleicht hatte er einen schlechten Tag, als das Foto gemacht wurde. Er sähe sicher nicht verklemmt aus, wenn er entspannt am Strand läge."
"Doch, das täte er," sagte ich. "Ich könnte dir sogar sagen, was seine sexuellen Vorlieben sind."
"Das will ich lieber nicht wissen," sagte sie.
"Was ist er denn von Beruf?", fragte ich.
"Er ist Erwachsenenbildner."
"Na, siehst du, ich wusste es doch."
11.09.10
08.09.10
Aufatmen
***
Die Tage wie Geschenke des Lebens auspacken
***
Der Verkäufer, der die neue Kollektion an die Kleiderbügel hängte und seufzte, er sei den ganzen Tag schon am - Aufbügeln, was aus seinem Munde wie eine sexuelle Doppeldeutigkeit klang.
***
Kaninchenleber mit Birnen, Artischocken und Parmaschinken an einer Portweinsauce. Dazu Rösti.
***
la follia, la follia
dabadabadabadaa
***
Die Tage wie Geschenke des Lebens auspacken
***
Der Verkäufer, der die neue Kollektion an die Kleiderbügel hängte und seufzte, er sei den ganzen Tag schon am - Aufbügeln, was aus seinem Munde wie eine sexuelle Doppeldeutigkeit klang.
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Kaninchenleber mit Birnen, Artischocken und Parmaschinken an einer Portweinsauce. Dazu Rösti.
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la follia, la follia
dabadabadabadaa
06.09.10
St. Honoré Torte
Als ich mit meiner Torte in die Konditorei zurück ging und die Verkäuferin fragte, ob nicht einer der Konditoren im Hause die Torte wieder richten könnte, ich hätte sie am Morgen gekauft und sei umgefallen, die Torte sei umgekippt und die ganze Füllung klebte nun am Deckel, da liess sie mir umgehend, mit Worten des Bedauerns und matronenhaften Anweisungen an die jungen Verkäuferinnen, eine neue Torte geben.
03.09.10
Die halbe Stunde zwischen Nacht und Tag
Die Tage beginnen so glücklich. Erwache in der Dämmerung und gönne mir eine halbe Stunde Zeit zum Aufwachen. Bleibe im Bett liegen, sehe aus dem Fenster in den farblosen Himmel, der unmerklich heller wird, und auf einmal hellblau ist.
01.09.10
30.08.10
Artichokes und Anchovis
Habe bis jetzt geschrieben. Den Leistungsnachweis für meine Weiterbildung. Es ist halb neun und ich habe Hunger. Setze mich in die Küche und schenke mir ein Glas Rotwein ein. Habe Hunger und keine Lust zu kochen. Nur Kartoffeln im Haus. Öffne den Kühlschrank, um ein Menu mit Kartoffeln zusammen zu stellen. Der Kühlschrank ist leer. Setze mich wieder an den Tisch und denke ans Essen. Öffne den Kühlschrank noch fünf Mal. Irgendetwas wird sich doch im Kühlschrank zu den Kartoffeln finden. Er ist jedes Mal leer. Bestelle eine Pizza. Bei MPK. Mega Pizza Kurier. Eine Quattro Stagioni ohne Pilze, bitte. Dafür mehr Artischocken, wenn’s geht. Warte am Küchentisch bei Rotwein und denke an die Weiterbildung. Habe den zweiten Weiterbildungstag bereits geschwänzt. Meine Mutter wird eben im Leben nur einmal 70 und ich hatte die Gelegenheit, ihren Freund kennen zu lernen. Samt Kind und Kegel. Ein Wittwer, fast zehn Jahre jünger als meine Mutter. Wenn sie heiraten, wird er mein Stiefvater. Und seine drei Söhne meine Stiefbrüder. Meine zukünftigen Stiefbrüder sehen aus wie Schwingerkönige. Berner Oberländer mit rosig glühenden Wangen und bergsonnenstrahlenden Augen. Sie arbeiten bei der Jungfrau Bergbahn und haben Ehegattinnen, die alle exakt den gleichen Haarschnitt haben. Stirnfransen und die schulterlangen blondierten Haare grob gestuft. Entweder gehen sie zum gleichen Frisör im Dorf, oder die zukünftigen Stiefbrüder haben den gleichen Frauen mit Ponyschnitt Geschmack. Wie sah wohl die Mutter meiner zukünftigen Stiefbrüder aus? Ich fragte, wie sie die Liaison ihres Vaters mit meiner Mutter empfinden. Sie antworteten, dass meine Mutter ihre Mutter nie ersetzen wird. Ich frug nicht weiter. Obwohl ich gerne nach einem Foto der Mutter gefragt hätte.
Ali bringt meine Pizza. Er gibt mir zuerst die Hand. Stellt sich vor. Dann steckt er mein Geld ein, reicht mir die Pizza und gibt mir zum Abschied wieder die Hand. Renne mit der Pizza die Treppe hoch, weil das Telefon klingelt. Meine Mutter ist am Apparat. Sie bedankt sich für das Geburtstagsfest und wünscht mir auch einen Freund. Auf meiner vier Jahreszeiten Pizza wird der Herbst frischfröhlich mit Pilzen zelebriert. Wenigstens sind es frische Champignons. Frage mich, ob Artischocken, Schinken oder die bunten Peperonis den Frühling symbolisieren. Und was Sommer sein könnte. Das Telefon klingelt. Meine Schwester ist am Apparat. Sie sagt, dass der Computer für meine Mutter noch immer nicht geliefert wurde. Es wäre das Überraschungsgeschenk für meine Mutter gewesen. Ich habe ihn gekauft und zu meiner Mutter schicken lassen. Einen Mac. Habe insgesamt mehr Zeit gebraucht, eine passende Geburtstagskarte zu finden, als das passende Geburtstagsgeschenk. Leider ist auf die Schweizer Post auch kein Verlass mehr. Sage meiner Schwester, dass ich gerade Pizza esse, die kalt wird. Was für eine, will sie wissen. Eine Quattro Stagioni mit Pilzen, obwohl ich anstatt Pilzen Artischocken bestellt hatte. Sie erzählt mir, dass sie in Amerika einmal eine Pizza nur mit Artischocken bestellt hatte, und eine Pizza mit Sardellen bekam, weil sie das englische Wort für Artischocken nicht kannte.
Ali bringt meine Pizza. Er gibt mir zuerst die Hand. Stellt sich vor. Dann steckt er mein Geld ein, reicht mir die Pizza und gibt mir zum Abschied wieder die Hand. Renne mit der Pizza die Treppe hoch, weil das Telefon klingelt. Meine Mutter ist am Apparat. Sie bedankt sich für das Geburtstagsfest und wünscht mir auch einen Freund. Auf meiner vier Jahreszeiten Pizza wird der Herbst frischfröhlich mit Pilzen zelebriert. Wenigstens sind es frische Champignons. Frage mich, ob Artischocken, Schinken oder die bunten Peperonis den Frühling symbolisieren. Und was Sommer sein könnte. Das Telefon klingelt. Meine Schwester ist am Apparat. Sie sagt, dass der Computer für meine Mutter noch immer nicht geliefert wurde. Es wäre das Überraschungsgeschenk für meine Mutter gewesen. Ich habe ihn gekauft und zu meiner Mutter schicken lassen. Einen Mac. Habe insgesamt mehr Zeit gebraucht, eine passende Geburtstagskarte zu finden, als das passende Geburtstagsgeschenk. Leider ist auf die Schweizer Post auch kein Verlass mehr. Sage meiner Schwester, dass ich gerade Pizza esse, die kalt wird. Was für eine, will sie wissen. Eine Quattro Stagioni mit Pilzen, obwohl ich anstatt Pilzen Artischocken bestellt hatte. Sie erzählt mir, dass sie in Amerika einmal eine Pizza nur mit Artischocken bestellt hatte, und eine Pizza mit Sardellen bekam, weil sie das englische Wort für Artischocken nicht kannte.
26.08.10
Er suchte meine Nähe und fand sie nicht
"Möchtest du ein Glas Wein. Oder noch einen Kaffee?"
"Nein, ich möchte gehen."
"Nein, ich möchte gehen."
24.08.10
Sprechstunde
Sein Blick wanderte über mein Gesicht, suchte Halt mit aller Kraft. Aber dann stürzte er immer wieder in meinen Auschnitt ab.
23.08.10
Ich verstehe die Menschen nicht
Wenn ich aufhöre, Erwartungen an die Menschen zu haben, an ihre Wahrhaftigkeit, ihren Mut, ihre Fähigkeit zu reflektieren, dann gelingt es mir, gesellig zu sein.
Wenn ich beginne, die Menschen zu verstehen, wie sie leben und warum sie so leben, dann beginne ich sie gern zu haben.
Wenn ich beginne, die Menschen zu verstehen, wie sie leben und warum sie so leben, dann beginne ich sie gern zu haben.
21.08.10
20.08.10
05.07.10
01.07.10
29.06.10
Glücksrollen
Ich verbringe die Tage mit Unterrichten, Kochen und im Garten. Es gibt so viel zu tun. Koche Stachelbeeren zu Gelee, setze Holunderwein an, ernte die Erdbeeren im Garten und mache Erdbeereis daraus. Ernte Hornveilchen und setze Veilchenessig an.
Ich gehe früh ins Bett. Kann aber nicht einschlafen. Ich könnte noch so viel tun. Der alte Martin hat mir einen Eimer voll Johannisbeeren überlassen. Die müssen auch noch verwertet werden. Erhebe mich wieder und gehe in die Küche. Koche die Johannisbeeren in einem grossen Messingtopf auf. Setze einen Hocker verkehrtrum auf den Küchentisch und binde ein Tuch an den vier Beinen fest. Stelle eine grosse Schüssel darunter. Schütte die heissen Beeren in das Tuch und beobachte, wie der Saft durch das Tuch in die Schüssel rinnt. Dann lege ich mich schlafen.
In aller Frühe erwache ich, unruhig, weil ich das Johannisbeergelee kochen und noch vor dem Mittag vietnamesische Frühlingsrollen machen möchte. Mit Houttuynia, diesem vietnamesischen Koriander, der im Garten so hübsch aussieht, und auch vorzüglich in Frühlingsrollen passt. Leider besteht seine geheime Mission darin, im Untergrund den gesamten Garten zu erobern. Seine Nachbarn Mädesüss und Borretsch beschweren sich schon. Dabei gibt Houttunynia immer den Anschein, mit allen gut auszukommen.
Nach der zehnten Frühlingsrolle habe ich es raus mit dem Rollen, gebe mal mehr Glasnudeln, mal weniger Sprossen hinein und packe alle zwanzig Frühlingsrollen mit zur Arbeit ein. Meine Arbeitskolleginnen müssen sie probieren. Die perfekte Frühlingsrolle kommt in mein Kochbuch.
Nach der Arbeit gehe ich in den Garten und jäte Beet für Beet durch. Jeden Tag ein Stückchen weiter. Nach zwei Wochen bin ich am anderen Ende des Gartens angelangt und beginne wieder von vorne.
21.06.10
Velohelm, oder wie trainiert man Spiessigkeit
Heute Morgen fahre ich in die Stadt, nur um einen Velohelm zu kaufen.
Komme mit einem Stabmixer nach Hause.
Was Sie nicht wissen, ist, dass ich seit Jahren versuche einen Velohelm zu kaufen. Und jedes Mal komme ich mit einem anderen Gegenstand nach Hause.
Ich habe es ernsthaft und oft versucht: Habe in Sportgeschäften Velohelme aufgesetzt und mich beraten lassen. Ich habe alle Spiegel gemieden. Nicht auf den Preis geschaut. Und doch schaffte ich es nie. Es war jedes Mal ein Schock. Dann kam Panik. Flucht. Inzwischen traue ich mich schon gar nicht mehr in ein Sportgeschäft. Trotzdem versuche ich es immer wieder. Es kostet mich so viel Überwindung, dass ich mich vorher darauf einstimmen muss. Also gehe ich in irgendein Geschäft zum Trainieren. BHs oder Staubsauger, Diktiergeräte oder Nagellack, wenn man etwas braucht, dann kauft man es. Brauche ich einen Velohelm? Ja. Bei meinem nächsten Velounfall falle ich bestimmt auf den Kopf. Ich hatte bisher immer Glück. Aber ich will keinen Velohelm tragen. Ich sehe damit bescheuert aus. Und nicht nur das. Es ist nicht mein Stil. Ich hasse Velohelme. Ich bleibe bei den Stabmixern stehen. Ich brauche auch schon lange einen Stabmixer. Wenn ich mir einen Stabmixer kaufen kann, dann schaffe ich das auch mit einem Velohelm, sage ich mir, und schreite mit dem Übungsgegenstand an die Kasse.
"Da haben Sie ja den Rolls Royce unter den Stabmixern ausgesucht“, sagt die Verkäuferin und zwinkert mir zu.
Ich zahle und fahre mit meinem Rolls Royce nach Hause.
Komme mit einem Stabmixer nach Hause.
Was Sie nicht wissen, ist, dass ich seit Jahren versuche einen Velohelm zu kaufen. Und jedes Mal komme ich mit einem anderen Gegenstand nach Hause.
Ich habe es ernsthaft und oft versucht: Habe in Sportgeschäften Velohelme aufgesetzt und mich beraten lassen. Ich habe alle Spiegel gemieden. Nicht auf den Preis geschaut. Und doch schaffte ich es nie. Es war jedes Mal ein Schock. Dann kam Panik. Flucht. Inzwischen traue ich mich schon gar nicht mehr in ein Sportgeschäft. Trotzdem versuche ich es immer wieder. Es kostet mich so viel Überwindung, dass ich mich vorher darauf einstimmen muss. Also gehe ich in irgendein Geschäft zum Trainieren. BHs oder Staubsauger, Diktiergeräte oder Nagellack, wenn man etwas braucht, dann kauft man es. Brauche ich einen Velohelm? Ja. Bei meinem nächsten Velounfall falle ich bestimmt auf den Kopf. Ich hatte bisher immer Glück. Aber ich will keinen Velohelm tragen. Ich sehe damit bescheuert aus. Und nicht nur das. Es ist nicht mein Stil. Ich hasse Velohelme. Ich bleibe bei den Stabmixern stehen. Ich brauche auch schon lange einen Stabmixer. Wenn ich mir einen Stabmixer kaufen kann, dann schaffe ich das auch mit einem Velohelm, sage ich mir, und schreite mit dem Übungsgegenstand an die Kasse.
"Da haben Sie ja den Rolls Royce unter den Stabmixern ausgesucht“, sagt die Verkäuferin und zwinkert mir zu.
Ich zahle und fahre mit meinem Rolls Royce nach Hause.
18.06.10
17.06.10
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