Meine lesbische Freundin Nic kennt einen Arzt, mit dem sie mich verkuppeln will.
"Es ist genau so wie bei dir", sagt sie, "unbegreiflich, warum er noch immer alleine ist."
Sie denkt, dass wir gut zusammen passen. Er sei wirklich ein toller Mann, der was im Kopf hat.
"Er ist ein richtiger Mann", fügt sie etwas unbeholfen hinzu, weil sie meinen Geschmack treffen will.
"Du meinst also ein grosser, gelassener, geniesserischer, stattlicher, ekstatischer Mann?", frage ich nach, um sicher zu gehen, was ein Richtiger ist.
"Ich weiss nicht, was für einen Schwanz er hat", antwortet sie meine Befürchtungen ahnend, "aber es ist auch spannend sich mit ihm zu unterhalten."
Nic mag mich. Sie möchte, dass ich glücklich bin. Sie weiss, dass ich ohne Mann nicht glücklich sein kann. Und sie kann nicht glücklich sein, wenn ich es nicht bin. Sie denkt an mich, wenn sie einen tollen Mann trifft. Das ist Freundschaft.
Aber ich traue ihrem Männergefühl nicht.
Lesben (Nic mag das Wort Lesben nicht. Sie nennt sich selber eine Lese. Ich bin eine Hete, was, wenn sie es ausspricht, auch nicht besonders schmeichelnd klingt), also Lesen finden manchmal heterosexuelle Männer toll, die hauptsächlich beste Kumpel sind. Beste Kumpel sind unterdrückt übersexualisiert oder gehemmt. Es sind Männer, die viele beste Freundinnen haben, sich regelmässig mit ihnen zum Teetrinken verabreden, natürlich bei sich zu Hause, und während sie sorgfältig ihre Hemden bügeln, von ihren Reisen in die Sumpfgebiete Südirans berichten, über die Konflikte der Touareg Nomaden in Algerien oder first und second flushs indischer Teesorten reden. Männer, die nie ficken sagen und hohe Plateauschuhe unbegreiflich und hässlich finden. Ich mag solche Männer auch. Das meine ich nicht. Mein Mitbewohner war ein bester Kumpel. Aber ich fand ihn nicht sexy.
02.11.09
01.11.09
30.10.09
Mit jedem erloschenen Stern wird das Weltall etwas dunkler
Sehnsucht erlischt manchmal einfach, wie ein leuchtender Himmelskörper, der unwillkürlich verglüht, wenn der Brennstoff ausgegangen ist.
29.10.09
Gelungen!
Glutenfreie Kindergeburtstagstorte, ohne Eier, ohne Butter, ohne Zucker, ohne Sahne, ohne Nüsse, ohne Schokolade. Mit Apfelmus-Schafmilchquark-Füllung.
28.10.09
26.10.09
Özlem
Özlems Lieblingswort ist Frühstück. Wenn sie in Fahrt kommt, sagt sie sogar Fürühstück. Es gibt einige auserwählte Wörter, bei denen sie die Reihenfolge der Silben nie hinkriegt. Verhareitet oder kontrensieren zum Beispiel. Sie kann sich nicht konzentrieren, weil Ali neben ihr sitzt und immer leise vor sich hinmurmelt. Einmal patschte sie mit der flachen Hand auf Alis Hinterkopf, damit er Ruhe gibt. Das hätte sie besser unterlassen. Ali schwieg zuerst tatsächlich ein paar Sekunden und schaute nur konsterniert. Dann sprang er auf wie ein Schachtelteufel und schimpfte los, schlug sich vor Wut ein paar Mal mit weit ausholender Hand auf die Brust, zeigte auf Özlem und haute sich, uns das Unrecht demonstrierend, gleich noch ein Mal selbst auf den Hinterkopf.
Ich habe Teweldebaran zwischen sie gesetzt. Er lässt sich nicht so leicht von Gemurmel beirren.
Ich habe Teweldebaran zwischen sie gesetzt. Er lässt sich nicht so leicht von Gemurmel beirren.
25.10.09
Schwesterntag
23.10.09
Apfelstrudel mit warmer Vanillesauce
Es gibt keinen anderen Teig, der sich so schön geschmeidig und seidig glatt anfühlt.
Und immer wieder seine Ruhe verlangt, entspannen will, innere Elastizität gewinnen muss, um seine delikate Mission zu erfüllen.
Das Schönste aber ist, wie er sich, wenn er flach über meinen beiden Handrücken liegt, mit gleichmässig behutsamen Bewegungen zu einer hauchdünnen Membran ausziehen lässt.
Und immer wieder seine Ruhe verlangt, entspannen will, innere Elastizität gewinnen muss, um seine delikate Mission zu erfüllen.
Das Schönste aber ist, wie er sich, wenn er flach über meinen beiden Handrücken liegt, mit gleichmässig behutsamen Bewegungen zu einer hauchdünnen Membran ausziehen lässt.
22.10.09
Heloiza
Heloiza bekommt eigentlich alles, was sie will. Sie ist jung, hübsch und hat ihre Kindheit in Porto Alegre verbracht. Ihr Körper übernimmt das Sprechen. Ihre Rede, also alles an ihr, ist weich, anschmiegend und abrundend. Die deutschen Wörter sind kompliziert wie Millionenbeträge, darum rundet sie sie pauschal und grosszügig ab. Immer, wenn sie sechs sagt, kichert sie. Ihre Lieblingszahl ist sexundsexyg.
21.10.09
Harutyun
Harutyun liest Sätze nur andeutungsweise. Er liest ein, zwei Worte und denkt sich den Rest aus. Ich vermutete zuerst, dass er eine Leseschwäche hat. Aber das ist es nicht. Er sieht nicht gut. Um die Buchstaben zu erkennen, muss er sie zwei Zentimeter vor die Augen halten. Darum kneift er wie ein geblendeter Maulwurf die Augen zusammen und senkt, aber auch nur wenn es unbedingt sein muss, die Stirn bis auf den Tisch und legt die Nase ins Buch. Er bekommt bald eine neue Brille.
19.10.09
Schwesterliche Beratung
Es war so kalt, dass ich beinahe vom Fahrrad fiel. Ich mag Kälte. Aber noch vor genau einer Woche war ich in der Aare baden. Im Bikini. Das muss man sich mal vorstellen. Ich meine mehr so grundsätzlich vorstellen, nicht bildlich. Ich mag Kälteeinbrüche wirklich. Aber sie brach diesmal sehr an den Ohren und Händen ein. Am Bahnhof stellte ich das Rad ab, entschlossen, von nun an die Strassenbahn zur Arbeit nehmen und mir ein Abonnement zu kaufen. Am Schalter standen aber so viele Leute an, dass ich mich kurzerhand umentschied das Geld in eine Wollmütze und Handschuhe zu investieren.
Im Moment gibt es recht hübsche Mützen, mit Pompons oben drauf oder seitlich geflochtenen Bändern, die wie Haarzöpfe aussehen. Ich probierte alle Mützen im Laden an und fragte eine junge Frau, die gerade einen Mantel probierte, welche die schönste sei. Sie beobachtete meine Verwandlungen mit schwesterlicher Geduld und sagte: "Die Helle ist die beste." Ohne Pompon. Und ohne Zöpfe. Das fand ich auch. Dann wollte sie meine Meinung zu zwei Mänteln wissen. Ich sagte mit schwesterlicher Ehrlichkeit, dass leider keiner der beiden ihr stehe.
Im Moment gibt es recht hübsche Mützen, mit Pompons oben drauf oder seitlich geflochtenen Bändern, die wie Haarzöpfe aussehen. Ich probierte alle Mützen im Laden an und fragte eine junge Frau, die gerade einen Mantel probierte, welche die schönste sei. Sie beobachtete meine Verwandlungen mit schwesterlicher Geduld und sagte: "Die Helle ist die beste." Ohne Pompon. Und ohne Zöpfe. Das fand ich auch. Dann wollte sie meine Meinung zu zwei Mänteln wissen. Ich sagte mit schwesterlicher Ehrlichkeit, dass leider keiner der beiden ihr stehe.
17.10.09
Angelez
Auch Angelez hat eine Narbe am Hals. Sie ist als Kind von einem Hund gebissen worden. Der Hund sprang ihr direkt an den Nacken. Sie ist eine kleine, dünnbeinige, 45 jährige Mexikanerin. Sie trägt jeden Tag Cowboystiefel und einen Jeans-Minirock und viel Schmuck an den Ohren. Ich denke bei ihr immer an Kirmes, Softeis, Zuckerwatte und Revolverschüsse. Sie spricht lauthals und spärlich Worte, als wären es Plüschtiere, die sie am Schiessbudenstand den Gewinnern aushändigt. Sie formt ihre Lippen zu einem Kussmund, wenn sie fotografiert wird. Die Frauen fotografieren ständig mit ihren Handys. Sie strömen für jedes Bild wie Quecksilberkügelchen zusammen, halten die Köpfe aneinander und verschmelzen zu einem gemeinsamen Fotolächeln.
15.10.09
Amalia
Amalia ist 18, hat schwarze, lange Haare, die sie mit dem Bügeleisen glättet. Sie legt die nassen Haare auf das Bügelbrett, ein Küchentuch drauf und ihre Schwester bügelt drüber. "Warum nimmst du kein Glätteisen," fragt Veronika. Veronika ist Ukrainerin und Fotomodell. Sie ist spindeldünn, hellhäutig und durchscheinend wie ein Phantom. "Meine Haare sind zu dick," antwortet Amalia, "das schafft ein Streckeisen nicht." Einmal hatte die Schwester keine Lust zu bügeln und Amalia versuchte es selber. Dabei geriet sie mit dem heissen Bügeleisen an den Hals. Sie zeigt uns die Brandnarbe.
Ali
Ali kämpft mit Wörtern. Er vergisst oder verwechselt sie, redet aber pausenlos, weil er gewissenhaft jedes meiner Worte ein paar Mal nachspricht. Er hat dunkelgrüne Augen und ist still und leise in Amalia, die Armenierin verliebt.
14.10.09
Teweldebaran
Teweldebaran ist Eritreer und lernt mit elf anderen Menschen in einem Sprachkurs Deutsch. Teweldebaran wird T’wld’brn ausgesprochen. Er spricht auch Deutsch gänzlich vokallos, dafür rollt er ausgiebig das r. Er ist am 1. Januar 1988 geboren, wie drei andere Eritreer in der Klasse auch, was keineswegs ein seltener Zufall ist, sondern auf einer geschätzten und ordnungsmässigen Festlegung eines Fremdenpolizeibeamten beruht. Err’st von B’rruf Soldat. Er ist desertiert und muss sich erst an sein neues, adrenalinarmes Leben gewöhnen. Er kann töten und überleben. Jetzt kämpft er mit der Langeweile und den Vokalen.
13.10.09
Seine Pantoffeln
sein Teeglas, seine Bücher, seine Weltkarte, seine russischen, filterlosen Zigaretten, sein Sliwowitz. Es ist eine Zeremonie der Sentimentalität, die Gebrauchsgegenstände eines Verstorbenen wegzuräumen.
Mein Mitbewohner hat ein paar Flaschen vorzüglichen Wein im Zimmer hinterlassen, die ich allmählich trinke. Heute einen süssen Johanniberger aus dem Wallis. Ich teile seine Vorliebe für süsse, schwere Weissweine. Daneben koche ich Basmati Reis mit Korinthen und Gänsebrüstchen mit Beifuss. Beifuss ist so ein Kraut, das im Kräutergarten wächst, aber nie geerntet wird. Es passt zu fettigen Gerichten, klärt mich meine Mutter am Telefon auf, zum Beispiel Gänsebraten. Als ich meine Sauce probiere, schmeckt sie bitter und nach Brechmittel. Ich rette meine Gänsebrust mit viel Pfeffer, Koriander und einer libanesischen Gewürzmischung, die mein Mitbewohner hinterlassen hat.
Mein Mitbewohner hat ein paar Flaschen vorzüglichen Wein im Zimmer hinterlassen, die ich allmählich trinke. Heute einen süssen Johanniberger aus dem Wallis. Ich teile seine Vorliebe für süsse, schwere Weissweine. Daneben koche ich Basmati Reis mit Korinthen und Gänsebrüstchen mit Beifuss. Beifuss ist so ein Kraut, das im Kräutergarten wächst, aber nie geerntet wird. Es passt zu fettigen Gerichten, klärt mich meine Mutter am Telefon auf, zum Beispiel Gänsebraten. Als ich meine Sauce probiere, schmeckt sie bitter und nach Brechmittel. Ich rette meine Gänsebrust mit viel Pfeffer, Koriander und einer libanesischen Gewürzmischung, die mein Mitbewohner hinterlassen hat.
12.10.09
Der Sommer ist vorbei
Inzwischen ist mein Mitbewohner gestorben. Er hatte einen Aortariss. Er legte sich früh hin, weil er sich nicht so gut fühlte. Dann schlief er ein. So starb er.
Natürlich ist er zu jung gestorben und ich bin traurig, dass er gegangen ist. Aber so einen Tod kann man sich eigentlich nur wünschen. Ich hätte nichts dagegen zu sterben, bevor ich alt bin. Bis dahin lebe ich mein Leben dreifach, als hätte ich nur dieses eine.
Mein Mitbewohner hatte viele Verehrerinnen. Dutzende von Frauen weinten an seinem Grab. Die Beerdigung fand in einem kleinen Bergdorf im Wallis statt, das man nur mit einer Luftseilbahn erreicht. Er war ein Einzelgänger und das wirkt ziemlich anziehend auf Frauen, die sich immer nur in Männer verlieben, die man nicht kriegen kann. Aber ich kann die Frauen schon verstehen. Er war begabt, sprach acht Sprachen fliessend. Zudem konnte er nächtelang Geschichten erzählen und war ein guter Tierstimmenimitator.
Natürlich ist er zu jung gestorben und ich bin traurig, dass er gegangen ist. Aber so einen Tod kann man sich eigentlich nur wünschen. Ich hätte nichts dagegen zu sterben, bevor ich alt bin. Bis dahin lebe ich mein Leben dreifach, als hätte ich nur dieses eine.
Mein Mitbewohner hatte viele Verehrerinnen. Dutzende von Frauen weinten an seinem Grab. Die Beerdigung fand in einem kleinen Bergdorf im Wallis statt, das man nur mit einer Luftseilbahn erreicht. Er war ein Einzelgänger und das wirkt ziemlich anziehend auf Frauen, die sich immer nur in Männer verlieben, die man nicht kriegen kann. Aber ich kann die Frauen schon verstehen. Er war begabt, sprach acht Sprachen fliessend. Zudem konnte er nächtelang Geschichten erzählen und war ein guter Tierstimmenimitator.
05.07.09
14.06.09
03.06.09
Wegweiser der Liebe
Wenn man überall in der Stadt die Stellen, an denen man Sex hatte, mit einem kleinen Zeichen versähe. Auf Steinbänken, Treppenabsätzen oder Terrassengeländern ein Kreuz ritzte. Oder dieses schöne Zeichen:

Dann würden die Gedanken bei einem heiteren, vorsommerlichen Abendspaziergang unter den Altstadtlauben von einem kleinen Zeichen auf einer Steinmauer in eine Erinnerung oder ein heimliches voyeuristisches Imaginationsvergnügen gelenkt.
Dann würden die Gedanken bei einem heiteren, vorsommerlichen Abendspaziergang unter den Altstadtlauben von einem kleinen Zeichen auf einer Steinmauer in eine Erinnerung oder ein heimliches voyeuristisches Imaginationsvergnügen gelenkt.
02.06.09
27.05.09
Das Geheimnis weiblicher Lust
Frauen wollen begehrt werden. Sie finden auch Geschenke, Rücksicht, schmeichelnde Worte und Kerzenschein sehr schön. Und Vertrauen ist auch ein wichtiger Faktor der Lust. Aber das alles erregt sie nicht. Was Frauen erregt ist pure, unverblümte, unverzeihliche Begierde. Sie wollen alle Spielarten, Facetten und Windungen der Begierde zu spüren bekommen. Das ist eins der einfachen Geheimnisse weiblicher Lust.
26.05.09
Blütenstaub
Fredi, der pensionierte Nachbar von gegenüber, fegt nach wie vor jeden Morgen vor seinem Garagentor. Im Moment fegt er Blütenstaub. Raucht dabei seinen Krummen. Hat eine halbe Stunde seine Ruhe. Ab und zu schaut er zu meinem Küchenfenster hoch. Das ist neu. Ich dachte immer, dass man von der Strasse nicht in meine Küche sehen kann. Ich sollte das bald einmal überprüfen. Oder ab sofort etwas anziehen, wenn ich das Frühstück zubereite. Oder Vorhänge kaufen. Obwohl.
19.05.09
Wohin Terminschwächen führen
Aus Versehen in eine Weiterbildung zum Thema ‚Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz’ geraten. Meine Terminschwäche hat mich schon oft in missliche Lagen gebracht. Aber inmitten belästigter, verletzter und hennaroter Frauen zu landen, die mit rauchigen Stimmen schlecht über Männer reden, und gleichzeitig übergross an die Wand scharfe Bilder von sexy Sekretärinnen in engen Kostümen und Männerhänden in Arschnähe projiziert zu bekommen, das war nicht, was ich an diesem Morgen erwartet hatte.
17.05.09
Aussichtspunkte


Eine Wanderung zu zweit ist etwas Neues für mich. Es hat aber viele Vorteile. Ich kann sagen: Guck mal hier oder schau mal da, und nicht immer alleine alles sehen und schön finden. Ich kann mich über Lehrtöchter unterhalten, die ein Teilstück des Weges befestigt hatten. Das stand auf einer Tafel. Ein Umweltprojekt mit der Schule. Wie motiviert die wohl waren. Man kann sich auch zu zweit prima Lehrtöchter vorstellen, die den Weg ausbessern, über den man leichtfertig schlendert.
Der andere kann mich testen, wie belastbar ich bin, und Stress produzieren. Ich kann etwas Witziges sagen und muss nicht still für mich lachen. Man kann zu zweit auf der ganzen Wanderung keiner Menschenseele begegnen und auf allen Aussichtspunkten ein bisschen vögeln.
Ich kann meinen Gedanken nachgehen und gemeinsam nichts sagen. Ich kann fragen. Ich kann mich irren. Mich entschuldigen. Ich kann das Gefühl für einen Mann bekommen. Ein Gefühl, das ich fast vergessen hatte.
Man kann auch gut Fotos vom anderen vor dem überwältigenden Panorama machen. Gesichter im Bergglück.
09.05.09
07.05.09
Jubiläum
Heute zum circa 500sten Mal meine Periode bekommen. Ich habe es heute Morgen beim Frühstücken ausgerechnet.
... !
Nein, es ist nichts.
Es ist nur, dass ich wie ein Rentnerfräulein beim Butterbrotstreichen eigene Jubiläen ausrechne und mich über unbedeutende, hundertfach geleistete Dinge freue, einen guten Grund zum Jubeln habe und mir darauf einen Likör einschenken könnte.
... !
Nein, es ist nichts.
Es ist nur, dass ich wie ein Rentnerfräulein beim Butterbrotstreichen eigene Jubiläen ausrechne und mich über unbedeutende, hundertfach geleistete Dinge freue, einen guten Grund zum Jubeln habe und mir darauf einen Likör einschenken könnte.
06.05.09
04.05.09
Kleine Freuden
Noch nie im Leben Fellatio gesagt oder geschrieben.
Bis heute Morgen wusste ich noch nicht einmal, was es bedeutet. Ich war immer zu faul um es im Wörterbuch nachzuschlagen.
„Wie geht das, einem Mann eins blasen?“ las ich auf der obersten Zeitung eines Altpapierstapels am Strassenrand. So erfuhr ich von Doktor Sex, dass eins blasen auch Fellatio genannt wird.
Fand es gut, dass die Person, die das Zeitungsbündel zusammengeschnürt hatte, diese Seite zuoberst plaziert hatte. Auch wenn sie das sicher nicht absichtlich gemacht hatte.
Ich jedenfalls mache das immer: Ich lege immer ein Bild aus einer Zeitschrift, meistens eine hübsche Frau oder etwas Aufregendes zuoberst auf den Zeitungsstapel. Um den Passanten, die zufällig einen Blick auf das Altpapier werfen oder den Männern von der Müllabfuhr eine kleine Freude zu bereiten.
Bis heute Morgen wusste ich noch nicht einmal, was es bedeutet. Ich war immer zu faul um es im Wörterbuch nachzuschlagen.
„Wie geht das, einem Mann eins blasen?“ las ich auf der obersten Zeitung eines Altpapierstapels am Strassenrand. So erfuhr ich von Doktor Sex, dass eins blasen auch Fellatio genannt wird.
Fand es gut, dass die Person, die das Zeitungsbündel zusammengeschnürt hatte, diese Seite zuoberst plaziert hatte. Auch wenn sie das sicher nicht absichtlich gemacht hatte.
Ich jedenfalls mache das immer: Ich lege immer ein Bild aus einer Zeitschrift, meistens eine hübsche Frau oder etwas Aufregendes zuoberst auf den Zeitungsstapel. Um den Passanten, die zufällig einen Blick auf das Altpapier werfen oder den Männern von der Müllabfuhr eine kleine Freude zu bereiten.
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