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12.01.14
Ist mein Blog noch zu retten?
Verstricke mich immer mehr in Vorlageverunstaltungen. Dabei wollte ich gar keine neue Vorlage. Ich wollte nur die Schrift vergrössern, weil ich mein eigenes Blog nicht mehr ohne Lesebrille lesen konnte. Manchmal hilft nichts mehr und alles wird nur noch schlimmer. Am liebsten hätte ich ein neues Blog.
12.01.11
03.02.10
Mein Kochbuch
Nicht alle Zufälle sind Zeichen.
Die alte Frau neben mir im Tram, die sich lebhaft für das Kochbuch interessierte, das ich am Durchblättern war.
"Ein schönes Album haben Sie da gemacht", sagte sie, "das war bestimmt viel Arbeit. Eine gute Schriftwahl. Das haben Sie wirklich sehr gut gemacht. Schöne Farben, guter Druck", lobte sie. "Haben Sie es in Bern drucken lassen? Ich verstehe etwas davon, wissen Sie."
"Ich habe es nicht gemacht", erwiderte ich. "Ich habe es vorhin in der Bibliothek ausgeliehen. Es ist leider vergriffen."
"Das schönste Buch, das ich seit Langem gesehen habe", sagte sie und deutete auf die Bilder: "Wunderbare Farben. Sie können ruhig stolz auf sich sein. Eine gute Arbeit haben Sie da geleistet".
Ich sprach lauter, vielleicht war sie schwerhörig: "Es ist nicht von mir."
"Aber Sie haben doch die Gerichte selber zubereitet, nicht wahr? Das sieht ja so köstlich aus. Sie sind wirklich sehr talentiert."
Ich sah sie an und lächelte.
Alle Fahrgäste um uns herum lächelten verständnisvoll.
Sie tätschelte meinen Arm und wiederholte: "Sie können ruhig ein wenig stolz auf sich sein."
Es war ein Zeichen: Ich muss endlich mein Kochbuch schreiben.
Die alte Frau neben mir im Tram, die sich lebhaft für das Kochbuch interessierte, das ich am Durchblättern war.
"Ein schönes Album haben Sie da gemacht", sagte sie, "das war bestimmt viel Arbeit. Eine gute Schriftwahl. Das haben Sie wirklich sehr gut gemacht. Schöne Farben, guter Druck", lobte sie. "Haben Sie es in Bern drucken lassen? Ich verstehe etwas davon, wissen Sie."
"Ich habe es nicht gemacht", erwiderte ich. "Ich habe es vorhin in der Bibliothek ausgeliehen. Es ist leider vergriffen."
"Das schönste Buch, das ich seit Langem gesehen habe", sagte sie und deutete auf die Bilder: "Wunderbare Farben. Sie können ruhig stolz auf sich sein. Eine gute Arbeit haben Sie da geleistet".
Ich sprach lauter, vielleicht war sie schwerhörig: "Es ist nicht von mir."
"Aber Sie haben doch die Gerichte selber zubereitet, nicht wahr? Das sieht ja so köstlich aus. Sie sind wirklich sehr talentiert."
Ich sah sie an und lächelte.
Alle Fahrgäste um uns herum lächelten verständnisvoll.
Sie tätschelte meinen Arm und wiederholte: "Sie können ruhig ein wenig stolz auf sich sein."
Es war ein Zeichen: Ich muss endlich mein Kochbuch schreiben.
21.11.09
Terminschwäche
Es war früh morgens. Ich war spät dran und rannte auf den Zug. Ich rannte und rannte und erwischte ihn in allerletzter Sekunde. Setzte mich ausser Atem in den Speisewagen. Mir war schwindlig. Ich hatte nicht genug geschlafen und noch nichts im Magen. Ich bestellte ein Wellness-Frühstück. Wellness bedeutet zusätzlich ein Glas Orangensaft und ein Müesli. Der Kondukteur kam und ich hatte kein Billett. Es kostete mich zehn Franken Zuschlag. Mir war noch immer heiss und meine Bluse war nassgeschwitzt. Auf der Toilette zog ich sie aus und ein Strickjäckchen an. Ich betrachtete mein vibrierendes Spiegelbild. Man konnte den BH durch den hellen Strick sehen. Ich sah aus wie eine Emmentaler Serviertochter. Lächelte mich an. Es half nicht. Schminkte schliesslich die Wimpern mit brauner Tusche. Setzte mich zurück an mein Wellnessfrühstück. Bestellte einen weiteren Tee. War noch so müde. Als ich ausstieg, sah ich auf die Uhr.
Ich war eine Stunde zu früh.
Ich war eine Stunde zu früh.
19.08.08
.
Ich habe aufgehört zu schreiben, was ich manchmal bedaure. Trotzdem sollte ich hier mal einen Punkt machen.
19.10.07
Mein Businessplan
Ich brauche ein Marketingkonzept, ein Firmenlogo, eine Webseite und einen Businessplan. Das Wort Businessplan existierte bisher nicht in meinem Leben. Kommunikation ist auch so ein Wort, das ich völlig unterschätzt hatte. Das habe ich alles in einem Buch gelesen. Meine Zukunft ist übersichtlich in Kapiteln eingeteilt. Mein Businessplan. Hätte ich in jungen Jahren etwas Anständiges studiert, wüsste ich jetzt bestimmt Bescheid über Businesspläne und Marketingstrategien. Stattdessen kann ich mit zwei Fingern pfeifen, einen Esel basten, einem frischen Lamm den Geburtsschleim aus der Nase ziehen, ein Zielfernrohr justieren, aber auch nützliche Dinge wie mich selber aus Moorlöchern retten oder geizigen Bauern derart Schlimmes an den Hals wünschen, dass sie für den Rest Ihres erbärmlichen Lebens bei jedem Hagel- und Blitzschlag an mich denken.
Und nun denke ich selber an mich.
Und nun denke ich selber an mich.
11.10.07
17.09.06
Noch eine Verschwendung
Heute Morgen ist mir beim Aufwachen eingefallen, warum das eine so delikate Sache ist, mit den Kommentaren bei mir.
Was ich in meinem Blog schreibe ist sehr persönlich und damit mache ich mich auch verletzlich. Mein Blog ist wie eine Wohnung mit offenen Türen. Die Leute können direkt ins Schlafzimmer treten und sich zu mir ans Bett setzen. Bei mir gibt es immer Kaffe und Kuchen mit Sahne, alle machen es sich gemütlich, das ist schön. Manche bringen selber feine Torten mit, oder Blumen, die sie mir auf das Nachttischchen stellen, das schätze ich sehr. Und andere erzählen eine Geschichte, das liebe ich. Aber wenn alle weg sind, dann ist mein Bett voller Kuchenkrümel und Bierdosen stehen rum, und die Wände sind versprayt, und meine Bettwäsche ist schmutzig, weil sich einige mit den Schuhen ins Bett gesetzt haben.
Und das ist ärgerlich.
Die Sache ist die, dass ich die Sprayereien ja einfach wegwischen könnte, wenn sie mir nicht passen.
Aber einfacher war es für mich, die Türe zu schliessen, und die Leute müssen nun die Blumen beim Portier abgeben und die Pralinen auch. Der Vorteil ist: Ich kann die ganz alleine essen.
Mit anderen Worten:
Ich habe ganz viele nette Mails bekommen und weiss nun auch wie man Impressen und Kategorien macht, und ich danke allen sehr.
Heute Morgen hat eine Bloggerin eine de luxe Torte beim Portier abgegeben für alle.
Der Nachteil ist: Nun muss ich diese Torte alleine essen. Das schaffe ich gar nicht. Das ist auch Verschwendung!
Ich überlege mir, ob ich das mit den Kommentaren wieder rückgängig machen soll.
Was ich in meinem Blog schreibe ist sehr persönlich und damit mache ich mich auch verletzlich. Mein Blog ist wie eine Wohnung mit offenen Türen. Die Leute können direkt ins Schlafzimmer treten und sich zu mir ans Bett setzen. Bei mir gibt es immer Kaffe und Kuchen mit Sahne, alle machen es sich gemütlich, das ist schön. Manche bringen selber feine Torten mit, oder Blumen, die sie mir auf das Nachttischchen stellen, das schätze ich sehr. Und andere erzählen eine Geschichte, das liebe ich. Aber wenn alle weg sind, dann ist mein Bett voller Kuchenkrümel und Bierdosen stehen rum, und die Wände sind versprayt, und meine Bettwäsche ist schmutzig, weil sich einige mit den Schuhen ins Bett gesetzt haben.
Und das ist ärgerlich.
Die Sache ist die, dass ich die Sprayereien ja einfach wegwischen könnte, wenn sie mir nicht passen.
Aber einfacher war es für mich, die Türe zu schliessen, und die Leute müssen nun die Blumen beim Portier abgeben und die Pralinen auch. Der Vorteil ist: Ich kann die ganz alleine essen.
Mit anderen Worten:
Ich habe ganz viele nette Mails bekommen und weiss nun auch wie man Impressen und Kategorien macht, und ich danke allen sehr.
Heute Morgen hat eine Bloggerin eine de luxe Torte beim Portier abgegeben für alle.
Der Nachteil ist: Nun muss ich diese Torte alleine essen. Das schaffe ich gar nicht. Das ist auch Verschwendung!
Ich überlege mir, ob ich das mit den Kommentaren wieder rückgängig machen soll.
14.09.06
Es reicht
Ich habe keine Lust mehr, mir den Quatsch in den Kommentaren anzuhören*.
Ich freue mich natürlich nach wie vor, wenn Sie Anmerkungen oder Hinweise zu meinen Texten haben. Oder wenn Korrekturen angebracht werden müssten. Dafür bin ich immer sehr dankbar. Schreiben Sie mir einfach eine Mail.
Sie können mir auch schreiben, wie ich in meinem Blog ein Impressum einrichten kann oder - was ich ja schon lange möchte, sind Rubriken – also wie man Rubriken aufstellt.
Sie können mich auch zum Essen einladen.
Schreiben Sie was Sie wollen**, aber bemühen Sie sich nicht mehr um schlaue Kommentare oder gute Ratschläge.
* schlauer Kommentar 1
"anhören"?
**schlauer Kommentar 2
"wollen"? wie jetzt.
Ich freue mich natürlich nach wie vor, wenn Sie Anmerkungen oder Hinweise zu meinen Texten haben. Oder wenn Korrekturen angebracht werden müssten. Dafür bin ich immer sehr dankbar. Schreiben Sie mir einfach eine Mail.
Sie können mir auch schreiben, wie ich in meinem Blog ein Impressum einrichten kann oder - was ich ja schon lange möchte, sind Rubriken – also wie man Rubriken aufstellt.
Sie können mich auch zum Essen einladen.
Schreiben Sie was Sie wollen**, aber bemühen Sie sich nicht mehr um schlaue Kommentare oder gute Ratschläge.
* schlauer Kommentar 1
"anhören"?
**schlauer Kommentar 2
"wollen"? wie jetzt.
16.05.06
Wie alles anfing
Houellebecq, bei dem ich jedes Mal nachsehen muss, wie man ihn schreibt, hat mich quasi auf mein erstes Weblog gebracht. Ich suchte damals im Internet, wie man den Namen ausspricht. Ich behauptete nämlich (und tu es immer noch), dass man ihn französisch aussprechen muss: ’oulle-bek. Meine Arbeitskollegen meinten dagegen, es müsse englisch klingen: wel-bek. Wikipedia gibt ihnen dummerweise Recht. Aber ich googelte so lange weiter, bis ich eine Seite finden würde, die ihn französisch ausspräche. Doch unterwegs verlor ich meine anfängliche Absicht schnell und verfolgte bereits eine andere Spur - ich glaube es war die Buchmesse in Frankfurt – als ich unverhofft auf dem ... is a blog landete. Ich war völlig begeistert von dem, was ich da entdeckt hatte. Ich las Einträge und Kommentare und ältere Einträge, und die Frau, die das schrieb, wurde mir immer sympathischer. Ein paar Wochen lang besuchte ich täglich ihren Blog und ich las ihre vielfältigen, kleinen, schönen und liebevoll erzählten Geschichten des Alltags mit grossem Genuss. Bald entdeckte ich auch weitere Blogs, entwickelte meine persönlichen Vorlieben und merkte auch, dass ich mit dem ...is a blog eine der wenigen Perlen im Saufutter gefunden hatte. Das ist vermutlich ungeschickt ausgedrückt jetzt. Aber‚Nadel im Misthaufen’ ist wohl auch nicht besser.
Bleiben wir also bei den Perlen, die vor die Säue geworfen werden.
Ich stosse natürlich, wenn ich ab und zu durch das knietiefe Schweinefutter wate, immer wieder auf kostbare Perlen. Dann ziehe ich sie zu meiner Kette auf, und rolle fast täglich, wie ein Rosenkranz, Perle für Perle ab, was jedes Mal kleine Seufzer des Staunens, der Bewunderung und Dankbarkeit in mir hervorruft.
Bleiben wir also bei den Perlen, die vor die Säue geworfen werden.
Ich stosse natürlich, wenn ich ab und zu durch das knietiefe Schweinefutter wate, immer wieder auf kostbare Perlen. Dann ziehe ich sie zu meiner Kette auf, und rolle fast täglich, wie ein Rosenkranz, Perle für Perle ab, was jedes Mal kleine Seufzer des Staunens, der Bewunderung und Dankbarkeit in mir hervorruft.
03.01.06
Cordon bleu
Der Internet Himmel ist voll von umher schwebenden Gedanken, die eine Landebahn suchen. Blogs sind mögliche Landebahnen. Aber das Bloggen hindert die Gedanken daran, sich als Taten zu inkarnieren. Das Wort wird nicht Fleisch. Es wird eine fleischartige Komposition in einer Scheinwelt. Ein himmelblaues Cordon bleu.
Denjenigen, die mit mir auf dem von Hirschen gezogenen Schlitten durch die Winterlandschaft fahren, vertraue ich gerne an, wann Gedanken Wirklichkeit werden:
Nämlich –
Wenn ich ein Buch schreibe.
Wenn ich einem Freund einen Brief schreibe.
Auch ein Gespräch unter Freunden ist eine reale Landebahn der Wirklichkeit.
Warum also schreibe ich einen Blog?
Es ist meine Landebahn für überschäumende Gedanken, die weder in ein Buch noch in Briefe passen. Es ist der Schaum, der überschwappt, wie beim Champagner, wenn wieder einmal zu grosszügig ausgeschenkt wurde.
Nachsatz:
Nehmt es als gutes Zeichen, wenn ich hier lange nicht schreibe, denn dann wisst ihr, dass sich meine Gedanken in Taten inkarnieren.
Andererseits ist es auch kein schlechtes Zeichen, wenn der Schaum meiner Gedanken auf eurer Zunge perlt,
während ihr den schwer beladenen Flugzeugen zuschaut, wie sie auf der hübsch beleuchteten Landebahn dieses imaginären Flughafens aufsetzen.
Denjenigen, die mit mir auf dem von Hirschen gezogenen Schlitten durch die Winterlandschaft fahren, vertraue ich gerne an, wann Gedanken Wirklichkeit werden:
Nämlich –
Wenn ich ein Buch schreibe.
Wenn ich einem Freund einen Brief schreibe.
Auch ein Gespräch unter Freunden ist eine reale Landebahn der Wirklichkeit.
Warum also schreibe ich einen Blog?
Es ist meine Landebahn für überschäumende Gedanken, die weder in ein Buch noch in Briefe passen. Es ist der Schaum, der überschwappt, wie beim Champagner, wenn wieder einmal zu grosszügig ausgeschenkt wurde.
Nachsatz:
Nehmt es als gutes Zeichen, wenn ich hier lange nicht schreibe, denn dann wisst ihr, dass sich meine Gedanken in Taten inkarnieren.
Andererseits ist es auch kein schlechtes Zeichen, wenn der Schaum meiner Gedanken auf eurer Zunge perlt,
während ihr den schwer beladenen Flugzeugen zuschaut, wie sie auf der hübsch beleuchteten Landebahn dieses imaginären Flughafens aufsetzen.
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